Von schlechten Tagen und wie man sie zu guten macht.

“Take care how you speak to yourself, because you are listening”

– found on tumblr

Ich war heute in der Stadt, um ein paar Klamotten für die kältere Saison zu kaufen. Normalerweise mache ich das, wie die meisten Mädels, sehr gern. Aber dieses Mal war es wirklich ein Albtraumerlebnis. Die Jeans passt vielleicht an der Hüfte, aber nicht an den Oberschenkeln (oder andersherum). Das T-shirt passt am Bauch, aber nicht an den Brüsten. Die Arme passen nicht in die Bluse und allgemein gibt es sehr viele Knöpfe die nicht zu gehen. Okay, dachte ich mir. Alles halb so schlimm, ist nicht mein Tag. Gehe ich einfach Richtung Plus-Size Abteilung, da finde ich ja auf jeden Fall was. Gepasst haben auch viele Dinge, aber in einem Zirkuszelt wollte ich dann doch nicht vor die Tür gehen. Mal ganz ehrlich: Ich finde die Auswahlmöglichkeiten für größere Größen in Deutschland nicht sehr groß und schon gar nicht schön. Man hat die ganze Zeit das Gefühl man müsste sich ab einer bestimmten Größe in besonders viel Stoff verstecken und ja nichts Figurbetontes tragen. Aber das ist ein ganz anderes Thema, darüber könnte ich sicher 10 Einträge verfassen. Wie auch immer. Auf jeden Fall habe ich mich am Ende wieder wie das kleine, verschämte Mädchen aus der 6.Klasse gefühlt, dass sich zu dick für alles findet. Ich habe den Trip frustriert abgebrochen, saß seit dem auf meiner Couch und habe mich geärgert. „Warum hat mir heute nichts gepasst? Habe ich etwa zugenommen? Hätte ich doch mal einen kleineren Po, schmalere Hüften, weniger Bauch. Ach was! Eigentlich weniger von allem!“ Doch dann ist mir etwas Wichtiges wieder eingefallen. Eine kleine Weisheit, die mir meine Yogalehrerin gestern Morgen mit auf den Weg gegeben hat: Eine Sache die uns oft aufheitert, ist wenn andere Leute freundlich zu uns sind. Ob es sich um die Verkäuferin im Supermarkt handelt, die einem nett zu lächelt, oder um den Postmann, der fröhlich einen guten Morgen wünscht. Schon die kleinste nette Geste kann einem anderen Menschen den Tag zu versüßen. Und genauso sollten wir das auch mit unserem Körper tun. Jeden Tag eine liebevolle Aufmerksamkeit und einfach mal freundlich sein, anstatt immer an ihm rumzumeckern. Also: Gute Nacht Oberschenkel und Po, schön, dass ihr da seid. Und gute Nacht auch an meine Hüfte und meinen Bauch, ich bin froh euch zu haben. Schlaft gut. Auf einen neuen (hoffentlich besseren!!!!!!) Tag.

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